Wann rechnet sich eine Luftbefeuchtung?

Erkrankungen des Atmungssystems gehören zu den häufigsten Ursachen für Arbeitsunfähigkeit von Arbeitnehmern und haben daher eine große monetäre Hebelwirkung für Arbeitgeber. Die hier dargestellte exemplarische Kosten-Nutzen-Rechnung zeigt, dass sich bereits nach zwei bis drei Jahren die Investition in eine zusätzliche Luftbefeuchtungsanlage amortisieren kann. Betrachtet werden bei dieser Rechnung ausschließlich die möglichen Effekte auf Atemwegserkrankungen. Die Berechnungen basieren auf bekannten Fakten zu Erkrankungen der Atemwege und auf realistischen Annahmen. Alle anderen positiven Effekte einer optimalen Luftfeuchte auf die Gesundheit (z.B. Stimme, Augen, Haut) und auf die Leistungsfähigkeit sind dabei unberücksichtigt.

 

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Bedeutung der Luftfeuchte

Über 16 Prozent der Arbeitsunfähigkeitstage von Büroarbeitern resultieren aus Erkrankungen der Atemwege (Statista Research Department 2020). Insbesondere Berufsgruppen mit hohem Sprechanteil leiden unter häufigen Atemwegserkrankungen. Spitzenreiter bei den Krankenständen sind Mitarbeiter in Callcentern, im Kundenservice und in der Telefonberatung. Das Wissenschaftliche Institut der AOK beziffert im Fehlzeiten-Report 2019 die erkältungsbedingten Fehlzeiten von Dialog-Marketing-Berufen auf durchschnittlich 4,8 Tage pro Jahr. Als Grund dafür wird unter anderem auch die Arbeitssituation der Mitarbeiter in Großraumbüros gesehen, in denen sich Viren schnell verbreiten können. Der Schutz der Schleimhäute der Atemwege und des Stimmapparates hat daher eine große monetäre Hebelwirkung, um Fehlzeiten und Einschränkungen der Leistungsfähigkeit zu reduzieren. Dabei gilt der Zusammenhang zwischen Atemwegserkrankungen und zu geringer Luftfeuchte mittlerweile als betätigt. Forscher der amerikanischen Universität Yale haben in einer mehrjährigen Studie 2019 den Einfluss einer geringen Luftfeuchte auf die Überlebensfähigkeit und die Ausbreitung von Grippeviren eindeutig nachgewiesen. Bei einer optimalen Luftfeuchte zwischen 40 und 60 % zeigte sich, dass virale Infektion minimiert und der Übertragungsprozess erschwert wird. Das Sicherstellen einer relativen Luftfeuchte von mindestens 40 % kann daher für Unternehmen eine geeignete Maßnahme sein, um die Ausbreitung von Atemwegsinfekten und die Zahl der Erkrankungen erheblich zu verringern und Kosten zu senken.

 

Kosten von Atemwegsinfektionen

Für jedes Unternehmen müssen sich Investitionen rechnen. Arbeitgeber setzen bei ihrer Entscheidungsfindung betriebswirtschaftliche Kriterien als Grundlage. In der Praxis sind jedoch Investition in die Gesundheit, in das Wohlbefinden und in die Motivation der Mitarbeiter monetär kaum bzw. überhaupt nicht zu erfassen. Zu vielfältig und komplex sind die äußeren Einflussfaktoren und die individuellen Gegebenheiten. Dennoch soll hier auf Basis statistischer Fakten und realistischer Annahmen der Versuch einer Kosten-Nutzen-Betrachtung unternommen werden, der zeigt welches Einsparpotential Unternehmen durch präventiven Gesundheitsschutz haben.

 

 

 

Annahmen Kosten/Arbeitsausfall Mitarbeiter:

    1. Lohnkosten Mitarbeiter € 30.000,-/Jahr

    2. Durchschnittlich 230 Arbeitstage/Jahr

    3. 4,8 Fehltage durch Atemwegserkrankungen

    4. Kosten Arbeitsausfall je Fehltag für nicht geleistete Arbeit, die z.B. von anderen Kollegen durch Überstunden kompensiert werden muss, bewertet mit Faktor 1,8.

       

       

      Nutzen und Kosten der Luftbefeuchtung

      Auf Grundlage der bisherigen medizinischen Erkenntnisse und Studien kann die vorsichtige Annahme getroffen werden, dass sich durch eine ganzjährig optimale Luftfeuchte am Arbeitsplatz Atemwegserkrankungen um mindestens 25 % reduzieren lassen. Ausgehend von 25 % weniger Atemwegserkrankungen ergibt sich eine durchschnittliche Reduzierung der Fehlzeiten in Unternehmen um 1,2 Fehltage je Mitarbeiter. Die Investitionskosten für eine Luftbefeuchtungsanlage zur Sicherung einer ganzjährig optimalen Luftfeuchte ist abhängig von der Raumgröße und der Anzahl der Mitarbeiter. Als Basis zur Kostenberechnung kann vereinfacht von folgenden Werten ausgegangen werden:

       

      Annahmen Kosten Luftbefeuchtung:

      1. Raumgröße: ca. 15 m² je Mitarbeiter (Open-Space mit ca. 3 m Raumhöhe)
      2. Investitionskosten: ab € 30,- pro m²
      3. Laufende Kosten: € 300,- bis € 600,- pro Monat (inkl. Wartung), abhängig von Anlagengröße

       

       

       

      Fazit

      Bei ausschließlicher Betrachtung der Atemwegserkrankungen kann sich die Investition in eine Luftbefeuchtungsanlage bereits nach zwei bis drei Jahren amortisieren. Alle anderen positiven Effekte einer optimalen Luftfeuchte auf die Gesundheit (z.B. Stimme, Augen, Haut) und auf die Leistungssteigerung sind dabei unberücksichtigt.

       

      Aus der Praxis: Kosten-Nutzen der Luftbefeuchtung

      Luftbefeuchtung: Mehr Gesundheit im Büro

       

      Ratgeber CallcenterProfi als Download inkl. Kosten-Nutzen-Rechnung